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Rezension von Herrn Thomas - Klänge aus dem Schneckenhaus

Maryanne Becker erzählt aus dem Leben von CI-Trägern

Maryanne Becker, Klänge aus dem Schneckenhaus

Hans-Jürgen Thomas

Anhand sehr unterschiedlicher Lebensverläufe vermittelt Maryanne Becker in ihrem Buch, wie die Integration hochgradig hörbehinderter Menschen in unserer Gesellschaft gelingen kann. Sie lässt dazu zehn Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren recht ausführlich mit ihren Hör- und Lebensbiografien zu Wort kommen.

 AT_KlaengeAusDemSchneckenhaus_Becker_Bild.jpg  Um den Leser an den Biografien möglichst ursprünglich und unkommentiert teilhaben zu lassen, verwendet Frau Becker die Methode des sogenannten narrativen Interviews. Dabei erzählen die Interviewten möglichst frei über ihr Leben als hörbehinderter Mensch. Vorteil dieser Art und Weise des Auskunft Gebens: Der Berichtende entscheidet selbst, was ihm - seiner gegenwärtigen Einschätzung entsprechend - bedeutsam erscheint.
 Autorin
Maryanne Becker
 

Den einzigartigen Lebensberichten ist zu entnehmen, dass die Hörschädigung keineswegs immer zum Mittelpunkt des Erlebens werden muss, auch wenn sie das Bedürfnis des Hörgeschädigten nach Kommunikation doch erheblich einschränkt.

Deutlich wird auch, dass das eigene Aktiv-Werden und die Nutzung aller Möglichkeiten inklusive des technischen Fortschritts entscheidend sind auf dem Weg, erfolgreich gegen die gravierenden Folgen einer schweren Hörschädigung anzugehen. Fast alle Interviewpartner berichten von einer nennenswerten Verbesserung ihrer psychischen Befindlichkeit als Folgen einer Versorgung mit einem Cochlea-Implantat.

Für viele Interessierte, die mit der Problematik noch nicht so vertraut sind oder gar mehr darüber in Erfahrung bringen möchten, vermittelt dieses Buch einen sehr realistischen, informativen Einblick. Mancher Leser entdeckt hier und da  gewiss Ähnlichkeiten mit eigenen biografischen Aspekten, stößt vielleicht auch auf eine bekannte Person, zu der er hier so manches „Noch-nicht-Gewußte“ hinsichtlich des Umgangs mit der Hörbehinderung erfährt.

Frau Becker stellt den Biografien einen angemessen kurz gehaltenen, interessanten Einblick in die Entwicklung der Erkenntnisse über das Hören voran. Vor diesem Hintergrund hält der sich anschließende knappe Abriss über Entwicklung von Cochlea-Implantaten im letzten Vierteljahrhundert einen rasanten und gewaltigen Fortschritt fest.

Umschlag- und Photodesign einschl. Bearbeitung lagen in den Händen von Peter Strobel.    

Insgesamt sicher ein Buch, das dazu angetan ist, Betroffenen Mut zu machen auf  dem langen und zum Teil gewiss beschwerlichen Weg hin zu einer Lebensqualität mit erheblich weniger Einschränkungen – vor allem auf dem weiten Feld der tagtäglichen Kommunikation – und mit wesentlichem Gewinn für das Selbstbild und die damit gekoppelte Innenperspektive des Individuums.

Maryanne Becker, Klänge aus dem Schneckenhaus – Cochlea-Implantat-Träger erzählen

Books on Demand GmbH, 2007, 160 Seiten, ISBN 978-3-8334-7249-7, Preis 12,50 €.


Mit anderen Ohren leben – und wie!

Mit anderen Ohren leben – und wie!

Schwersthörigen, ihren Verwandten und Freunden, Hörgeräte-Akustikern, Logopäden, Audiologen, HNO- wie Kinderärzten ist Maryanne Beckers neues Buch gleichermaßen zu empfehlen. Es bietet nicht nur fundierte Information, sondern vermag, vor allem,„Kandidaten“ anzuregen, ihren Weg zum Hören oder besseren Hören mithilfe eines CI überhaupt erst zu finden und ohne unnötigen und nicht selten nachteiligen Zeitverlust zurückzulegen. Dabei können die zehn Interviewten mit ihren Lebensgeschichten helfen. Anschaulicher und eindringlicher geht’s nicht; überzeugender für den Zaudernden auch nicht. Selbst CI-Träger, weiß ich, was Wiederhören & Verstehen bedeuten. Ich kann deshalb jedem Leser dieser Zeilen nur ans Herz legen: „Klänge“ lesen, empfehlen, verschenken.

Cornelius Lüttke


Klänge aus dem Schneckenhaus - Cochlea Implantatträger erzählen

Advanced Bionics Anwender berichten von Ihrem Leben vor und nach der Versorgung

 "Ein informatives Buch"

Als Maryanne mich angesprochen hat, ob ich nicht Lust hätte, mich mit meiner Geschichte an einem Buch "um und über das CI und seine Anwender" zu beteiligen , war ich zunächst skeptisch, weil man eigentlich nur ungern derart  persönliche Details aus dem eigenen Leben erzählt ,die dann auch noch veröffentlicht werden.

Doch dann erinnerte ich mich daran, dass es für mich selber vor meiner Entscheidung zum CI kaum entsprechende Informationsmöglichkeiten gab .
Oft genug hatte ich nachträglich gedacht ... " wenn ich rechtzeitig besser informiert gewesen wäre, hätte ich mich schon früher zum CI entschlossen...", um damit früher aus dieser durch den Hörverlust entstandenen Isolation und  den Nachteilen im Beruf, Alltag und insbesondere  in der Familie herauszukommen.
Das jetzt vorliegende Buch "Klänge aus dem Schneckenhaus" von Maryanne Becker hat autobiografische Züge von 10 hörgeschädigten Menschen zwischen 18 und 65 Jahren mit ihrer individuellen Hör-und Lebensgeschichte.

Über den Weg zum CI, die ersten Höreindrücke , über Erfolge und auch Enttäuschungen damit.
 AT_KlaengeAusDemSchneckenhaus_BoD.jpg

Liest man diese Geschichten kann man teilweise verblüfft feststellen, dass es Parallelen zu den eigenen Erlebnissen gibt .
Man kann aber auch erkennen, dass jede Hörbiografie in der Vorgeschichte doch sehr unterschiedlich sein kann und demnach auch der Erfolg mit dem CI anders ist.

Durch die fachlichen Erläuterungen von Maryanne ist das Buch nicht nur informativ für alle "Neu-Interessierte" , sondern auch für uns schon langjährigen Anwender ist es interessant einmal zu erfahren, wie es denn anderen ergangen ist und wie man das auch sachlich einordnen kann.

Viel Spass beim lesen
Manfred

Quelle:
ISBN 978-3-8334-7249-7
Paperback 160 Seiten, € 12,80
www.bod.de